Geschichte von St. Michael

Geschichte von Merl, seiner Kapelle, dem sog. „Merler Dom“, der Pfarrei St. Michael und der neuen Pfarrkirche

 

Im Jahre 1199 wird Merl zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Siedlung gehörte zum Meckenheimer Besitz des Bonner Cassiusstiftes.

Der Name Merl ist wahrscheinlich abzuleiten von „mar“ = kleines stehendes (sumpfiges) Gewässer.

Auch wenn in der Pfarrkirche im Gehäuse der neuen Orgel unverkennbar eine Amsel nistet, ist es zwar eine schöne Vermutung, aber eher unwahrscheinlich, dass die lateinisch-französische Bezeichnung Merle (für den Vogel Amsel) bei der Namensgebung Pate gestanden hat.

Rund um den Merler Hof entwickelte sich ein kleiner bäuerlich geprägter Weiler. „Die Bewohner arbeiteten zusammen und hielten eine gute Gemeinschaft und wollten auch ein Gotteshaus in ihrem Dörfchen haben“, erzählt die Chronik des Merler Lehrers Schmitz anno 1865.

Das Ehepaar Michel Roprich und Anna Maria geb. Hullens stiftete 1690 Holz zum Bau einer Kapelle. Heute noch erinnert ein Steinkreuz an der Kapelle an die Stifter.

Grabstein


1707
DEN 25
STARB DER EHRBAR
MICHEL ROPRICH
ANNA MARIA
HULLENS
EHELEUT
GGDS (Gott Gebe Die Seligkeit)

 

 

Vielleicht ist wegen des Vornamens des Stifters die Kapelle dem Hl. Erzengel Michael geweiht worden.

Im Jahre 1900 tritt an die Stelle des alten Holzfachwerkbaus die neugotische Kapelle in der heutigen Form, die im Volksmund liebevoll „Merler Dom“ genannt wird.

Sie hatte bereits eine Klaisorgel aus dem Jahre 1908 und war von vielen Gläubigen mit Ausstattungsgegenständen reich beschenkt worden. Im Jahre 1990 erhielt der Merler Dom eine moderne Klaisorgel.

Eine Besonderheit ist die Merler Krippe von 1928. Zur Weihnachtszeit wurde ein riesiger Prospekt im  Raum des Altares aufgehängt. Er zeigte die Landschaft bei Bethlehem. Davor stand dann die Gegend um die Krippe. Die holzgeschnitzten Figuren trugen Kleider, die verschiedenen Tiere waren prachtvoll ausgestattet und alles war so verteilt, dass die Krippe bis zur Kommunionbank reichte.

Das ganze Dorf beteiligte sich an dem Aufbau und man war sehr stolz auf diese Krippe .

Bis 1970 war Merl noch immer ein kleines Dorf mit ca. 300 Einwohnern. Zur Sonntagsmesse trafen sich die Gläubigen in der Kapelle. Seelsorge­risch betreut wurde Merl durch den Meckenheimer Pfarrer Johannes Heisterkamp. Den Küster­dienst in der Kapelle versahen seit Jahren die Eheleute Mar­garete und Willi Bürvenich. Die unermüdliche Schwester Anastasia aus dem Meckenheimer Kloster spielte schon damals das Harmonium zur Messe. Sie gründete 1961 den Merler Kirchenchor  und leitete ihn.

Im Rahmen der Stadtentwicklung Meckenheim wurde auch die kleine Ka­pellengemeinde St. Michael immer größer. So wurde Ende 1970 Kpl. Johannes Sürth von der Pfarre St. Johannes der Täufer in Meckenheim beauftragt, sich um die neu zu gründende Pfarre Merl zu kümmern. Er wohnte daraufhin in Merl. Damit hatte die Kapellengemeinde erstmals einen eigenen Seelsorger.

Wenig später standen die ersten Pfarrgemeinderatswah­len im Erzbistum Köln an.  Da die Merler noch zur Meckenheimer Pfarre gehörten, musste ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat gewählt werden: Auf der Vorderseite des Stimmzettels standen die Namen der Kandida­ten für die Pfarre St. Johannes d.T. in Meckenheim, auf der Rückseite diejenigen für  Merl. De facto wurde also getrennt gewählt.

Eine gemeinsame Arbeit erwies sich im Pfarrgemeinderat bald als wenig sinnvoll, erforderte doch die gewachsene Gemeinde Meckenheim andere Aufgabenschwerpunkte als das "Retortenkind" Merl. Also beschlossen die Merler Pfarrgemeinderatsmitglieder, sich mehr oder weniger zu verselbständigen und mit ihrem Seelsorger Eigenständig­keit zu entwickeln. Einen eigenen Kir­chenvorstand gab es noch nicht. Die Merler Belange wur­den im Meckenheimer Kirchenvorstand beraten, aber da waren die Merler nur schwach vertreten. So übernahm der Mer­ler Pfarrgemeinderat die Aufgaben, die mit der Schaffung der für eine Pfarre erforderlichen Infrastruktur zusammenhingen.

Am 4. August 1971 reichte der Kirchenvorstand der Pfar­re St. Johannes d.T. in Meckenheim beim Erzbistum Köln einen Antrag zum Bau einer Kirche und eines Pfarrzentrums in Merl ein. Als Namen übernahm man „Sankt Michael“ vom „Merler Dom“.

Im Jahre 1972 wurde ein Kirchbauverein gegründet. Kaplan Sürth führte den sog. "Silbersonntag" ein, eine monatliche Kollekte für das neue Pfarrzentrum. Auf der Michaels­kirmes 1973 wurde Pfarrer Johannes Heisterkamp feierlich verab­schiedet, im Januar 1974 Albrecht Tewes als neuer Pfar­rer von St. Johannes d.T. in Meckenheim eingeführt. Am 20. Mai 1974 wurde  Kaplan Johannes Sürth an der Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer zu Meckenheim der Titel "Pfarrer" für die Filiale „St. Michael“ in Merl ver­liehen.

Am 11. Juni 1974 endlich beurkundete der Erzbischof von Köln die Teilung der Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer in Meckenheim und die Errichtung einer selbstän­digen Kirchengemeinde (Rektoratspfarre) St. Michael in Meckenheim-Merl. Nach Genehmigung durch den Regie­rungspräsidenten trat die Urkunde mit Bekanntgabe im Kirchlichen Anzeiger für das Erzbistum Köln am 15. 9. 1974 in Kraft. Johannes Sürth war jetzt Rektoratspfarrer an St. Michael in Meckenheim?Merl. Gut ein Jahr später, mit dem Stichtag 31. Dezember 1975, wurden in der Pfarre 1326 Mitglieder gezählt.

Nachdem das Erzbistum im April die gesamte Summe für den ersten Bauabschnitt ge­nehmigt hatte, feierten die Merler am 8. Juni 1975 ihr erstes großes Pfarr? und Kinderfest.

Am 8. Mai 1976 konnte Kardinal Höffner 65 Jungen und Mädchen bereits im neuen Pfarrsaal fir­men.

Aber es mussten auch Rückschläge verkraftet werden. Das Generalvikariat teilte am 25. April 1976 mit, dass eine neue Kirche vorläufig nicht gebaut werden kön­ne, da die finanziellen Mittel fehlten.

Pfarrhaus und Küsterwohnung konnten im September 1976 bezogen werden. Im gleichen Monat gründete der Chorleiter Georg Gossen einen Kinderchor. Zu Weihnachten beschenkte die Merler Künstlerin Edith Metz die Gemeinde mit eigens für den Pfarrsaal entworfenen Krippenfiguren. Das  neue Pfarrzentrum wurde schließlich am 22. Mai 1977 von Dechant Johan­nes Pier eingeweiht.

Pfarrer Sürth übernahm am 15. Oktober 1977 eine andere Aufgabe. Infolgedessen wurde Pfarrer Te­wes am 17. Januar 1978 zusätzlich zu seinen Auf­gaben an St. Johannes d.T. zum Pfarrverwalter in Merl ernannt, ihm zur Seite gestellt war Kaplan Gerd Sulk. Dieser wurde  am 5. März feierlich in sein Amt als Kaplan an St. Michael eingeführt; er bezog das Pfarrhaus in Merl. Am 1. Dezember 1980 er­nannte der Erzbischof ihn zum Rektoratspfarrverweser an St. Michael. Aber Gerd Sulk blieb nur bis zum 9. Oktober 1983. Daraufhin wurde Pfarrer Robert Kreuzberg aus Ersdorf zusätzlich zum Pfarrverweser in Merl ernannt. Ihm zur Seite standen Pfarrer Tewes und Kaplan P. James aus Meckenheim. Ende 1983 wohnten 2707 Katholiken in der Pfarre St. Mi­chael.

Am 20. Januar 1984 ernannte der Erzbischof den Militärpfarrer Klaus Moers zum Rektorats­pfarrer für die Pfarrei St Michael in Merl. Pfarrer Moers konnte jedoch erst am 9. Septem­ber eingeführt werden. Eine seiner ersten Amtshandlungen war am 4. November die Grundsteinlegung für die neue Kirche (Architekt Karl Josef Ernst aus Zülpich), für die in der Zwischenzeit - insbesondere durch Grundstücksverkäufe -  doch noch das Geld zusammengebracht worden war. Die Einweihung der Neuen Kirche erfolgte am 8.Dezember 1985 durch Weihbischof Dr. Josef Plöger. 

Eigentlich hätte die Pfarrei St. Michael nun zufrieden sein können. Doch auf dem Plan war ein Kirchturm eingezeichnet, des­sen Bau die Erzdiözese aus Geldmangel nicht ge­nehmigen konnte.

Daher rief Pfarrer Moers Anfang 1985 zu einer Spendenaktion auf, die in kürzester Zeit 122.000,- DM erbrachte. Damit war der Turmbau gesichert. Am 7.Dezember 1986 erfolgte die Weihe der vier Glocken: Michael-, Marien-, Margareten- und Wilhelm-Glocke. Die beiden letzten Glockennamen erinnern an das verstorbene Ehepaar Margarete und Wilhelm Bürvenich, das sehr viel für die Kirchengemeinde getan und durch seine Spenden die  Finanzierung der Klaisorgel im Merler Dom sowie die Restfinanzierung von Turm und Glocken ermöglicht hat. Als letztes erhielt 1996 die Pfarrkirche eine neue Klaisorgel. 

Pfarrer Moers reichte  am 29.September 1990 sein Versetzungsgesuch ein. Seitdem war wieder Albrecht Tewes Pfarrer. Die Feier der Gottesdienste in Merl übernahm Pfarrer i.R. Herbert Zbiek als Subsidiar, der auch im Pfarrhaus wohnte.

Am 18.6.1993 zählte die Pfarrei 3637 Katholiken.

Abgesehen von häufigen Pfarrerwechseln hatte sich die Pfarrei St. Michael gut konsolidiert. Sie  war nun großzügig ausgestattet mit Kirche, Kapelle, 2 neuen Orgeln, Glocken, Pfarrhaus, Kindergarten, Pfarrsaal, Pfarrstube, Jugend- und Gruppenräumen, Kegelbahn, gut funktionierenden Gremien und Kreisen wie Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat, Kirchenchor, Kinderchor, Liturgie-, Literatur-, Frauen-, Senioren-, Seniorentanz-Kreis, vielen aufgeschlossenen und engagierten Gemeindemitgliedern, Katecheten, Kommunionhelfern, Messdienern, Lektoren, Pfarrbrief, praktizierter Ökumene, Pfarrbesuchsdienst, gemeinsamen Veranstaltungen und Festen.

„Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ew´ger Bund zu flechten“

Nach dem Ausscheiden von Pfarrer Zbiek war das Merler Pfarrhaus verwaist. Die Pastoral liegt seither voll in den Händen des Pfarrers von Meckenheim, der nun als Pfarrer des gesamten Seelsorgebereiches Meckenheim für die 5 Pfarreien St. Johannes d.T. in Meckenheim, St. Jakobus d.Ä. in Altendorf-Ersdorf, St. Martin in Wormersdorf, St. Michael in Merl und St. Petrus in Lüftelberg zuständig ist. Nach dem Ausscheiden von Pastor Tewes im Jahre 2001 war Lambert Schäfer von 15.11.2001 – 19.12.2004 Pfarrer von St. Michael und am 6.3.2005 wurde Pfarrer Michael Jung zuständiger Seelsorger für St. Michael. Seit November 2012 ist Reinhold Malcherek als Pfarrer für die Pfarreiengemeinschaft Meckenheim auch für St. Michael zuständig.

In Zukunft wird sich die Gemeinde St. Michael – wie auch alle anderen Gemeinden – den demographischen und finanziellen Änderungen stellen müssen. Im Projekt „Zukunft heute“ des Erzbistums Köln werden Strukturen, Personal, Räumlichkeiten, Organisation und Finanzen neuen Vorgaben und Richtlinien angepasst.

Die Rationalisierungsbemühungen des Erzbistums insbesondere auf Grund des Priestermangels haben aber auch übergeordnete Folgen: Im Jahre 2003 bildeten die 5 Pfarreien des Seelsorgebereiches Meckenheim eine Pfarreiengemeinschaft, d.h. ab diesem Zeitpunkt gibt es für alle 5 Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft Meckenheim nur noch einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat. Zum 28.9.2006 kam die Einrichtung eines Kirchengemeindeverbandes (Körperschaft des öffentlichen Rechtes) zur Zusammenarbeit der 5 Pfarreien im rechtlich-finanziellen Bereich hinzu. Er artikuliert sich durch die Verbandsvertretung. Dieser gehören je 2 gewählte Vertreter der 5 Kirchenvorstände mit dem Pfarrer als Vorsitzenden an. 

Trotzdem gilt, sich diesen Herausforderungen zu stellen und sich darauf zu besinnen, dass nicht  Besitzstände, sondern seelsorgliche Begleitung, Vorbildfunktionen und das Bemühen zur christlichen Lebensführung eines jeden Einzelnen das Wesen des Christentums ausmachen. Dabei dürfte das kämpferische Vorbild des Erzengels Michael Hilfe, Vorbild und Motivation sein.

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